tourbericht teil-1

home wegweiser

tourbericht teil-1 tourbericht teil-2 tourbericht teil-3 tourbericht teil-4 tourbericht teil-5 tourbericht teil-6 fazit der tour

Hier findet Ihr den Bericht vom Start in Toronto bis zur Grenze zwischen Kanada und den USA an der Blue Water Bridge

 

3.1.2006

Heute, mit etwas Verspätung und doch mehr an Gepäck als gut ist gestartet. Viele gute Wünsche und ein Kanadisches Lunchpaket (ca. 2,5 KG!) belasten das Rad zusätzlich. Wow! 40 Meilen weiter und gegen 17 Uhr heißt es einen Schlafplatz suchen. Es zieht in den Beinen. Muss mich ans fahren gewöhnen, am Gepäck Gewicht abspecken. Und morgen sollte es bis ca. London / Ontario gehen. Statt Schnee wie erwartet nieselt es.

4.1.06

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Technische Probleme? Bin vorbereitet. Kälte? Ebenfalls. Aber!! Felix kann nicht mehr am Rad rennen, ist zu alt. Im gefütterten Korb sitzt er zwar gut aber nach 2-3 Std. quiekt und zittert er. Die Nässe und Kälte! In der Nacht wurde es so heftig, sein Zittern weckte mich auf. Musste die Nachtruhe gegen 1.00 Uhr  abbrechen und es ging weiter. So schafften wir gut 200 Km. Weit mehr als geplant.

5.1.06

Nichts geht mehr, Tierarzt. Auf den Punkt gebracht: "Wenn ich mit dem alten Zausel weiter fahre komme ich allein zurück!" Was tun? Zurück und in ca. 10 Wochen erneut starten? Weiter fahren, er wird es schon schaffen? Bummeln durch London / Ontario und die Gedanken rennen im Kreis. Zurück mit der Bahn, ich vermisse ein Folding_Bike, die Bahnfahrt war nur durch verständnisvolles Personal möglich.

So, die Entscheidung ist gefallen. Es geht zurück nach Toronto. Erneuter Start in wenigen Tagen. Dann mit dem Rad bis in die USA und weiter mit dem "Greyhound" nach Denver.

Dort sollte es schon etwas wärmer sein, warm genug für die alten Knochen von meinem Schlumpi. Warum erst in die USA und nicht gleich von Toronto mit dem Bus? Ja, würde gehen, kostet sogar das Gleiche aber Hunde sind im Bus nicht erlaubt. Ich muss ihn in einer Tasche reinschummeln. An der Grenze spätestens (Amis kontrollieren extrem) wird der Hund vom Busfahrer gesehen und dann kann der Ärger losgehen. Fahre ich von Chikago muss ich nur einmal schmuggeln (Felix) und den Bus verlasse ich erst wieder in Denver, kein Bus- sondern nur Fahrerwechsel.

Angenehmer Nebeneffekt der Neuplanung:

So habe ich für die kürzere Strecke mehr Zeit, kann entspannt und ohne Zeitdruck fotografieren und den einen oder anderen Ort neben der Strecke aufsuchen. Besonders die Rocky Mountains sind da mein Favorit. Auch wenn ich kein Spieler bin, Las Vegas mit dem Rad zu durchqueren hat schon was!

11.1.06

Soeben online das Ticket gekauft. Mit allen Rabatten (Frühbuchen, Werktagsreisen) komme ich auf unglaubliche $ 67.00!! Von Chikago bis nach Denver Colorado. Das sind mal so 1.620 KM! Unglaublich. Das wäre von Toronto aus nicht machbar gewesen.

 

Jetzt genieße ich das angenehme und faule Leben und decke meinen zukünftigen Kalorienbedarf. Bild 2 zeigt ein typisches Frühstück, hier vor meinem 1. Start.

15.1.2006

Alles durchgesehen und doch noch 6 KG abgespeckt! Gesamte Wäsche passt nun samt Schlafsack(!) in eine der beiden Ortliebtaschen! Ersatzreifen gestrichen und Winterreifen gegen Sommerreifen getauscht. Nun statt Panaracer Fire XC 26x2.1 mit Continental Contact 26x1.75 unterwegs. Nun bloß keinen Schnee bis Chicago  - sonst gibt es eine Rutschpartie.

17.1.2006

Jetzt fangen die Diskussionen an. Ich möchte am Donnerstag los. "Nein, es regnet. Fahr doch am Montag oder warte bis zum Frühling". Irgendwo wird es unterwegs sowieso regnen - gehört dazu! Wann starte ich? Schaut wieder vorbei.

20.1.2006

Strahlende Sonne, Freitag und es geht los. Felix eingemummelt im Anhänger. Nun, er hat es jetzt wirklich gut getroffen: Warm und guter Ausblick. Sonne? Nach 45 min. wechselt das Wetter. Dunkle Regenwolken die sich am Nachmittag genussvoll entladen. Damit es nicht zu einfach ist bläst der Wind von vorn. Nach 75 Km ist Schluss. Irgendwo im Nirgendwo.

21.1.2006

Schnee, Regen, Wind. Gute Mischung. 48 KM; bin in Paris und nehme ein Zimmer im Motel. Heiß duschen!

23.1.2006

So sieht die Welt schon besser aus. Sonne, minus 8 Grad und kein Wind. Es rollt weitaus besser. Letzte Nacht weckt mich Felix. Wir hatten einen Besucher und Felix macht seinen Job. Störenfried in die Flucht geschlagen und Schlumpi stolz. Aber dann! Es roch wie nach einem Unfall in der Chemiefabrik. Es war ein Stinktier. Wie nun den Hund waschen und trocknen? Mist.

Nach Auskunft an der Tankstelle sind wir jetzt 80 KM von der Grenze weg. Laut Online Routenplan müssten es fast 200 KM sein (Highway). Haben wir auf der Landstrasse so viel gespart? Nun haben wir Zeit. Zu früh einreisen ist blöd, geht von den 90 Tagen USA ab.

 

24.1.2006

Sarnia, die letzte Stadt vor den USA Grenze am Nachmittag erreicht. Regen, Wind (klar, von vorne!) - alles nass und kalt. Keine Bilder, echt keine Meinung die Kamera auszupacken. Licht mies, zuviel Regen.

Ausreise ohne Probleme, dumme Gesichter aber viel Glück für die Tour und Tschüß. Anders die Amis. Fastfood frisst Hirn. "Der Hund ist krank!" Sagt die fette Uniform. "Nein, ihm ist kalt. Liegt am Wetter." versuche ich einen Scherz. "Der Hund ist krank, zittert, sieht gar nicht gut aus!" In mir steigt es heiß auf, aber ehe ich was machen kann fasst die dicke Uniform meinen Felix an und der macht was er machen muss. "Der Hund hat mich gebissen!" Man bedenke, Felix hat keine Zähne mehr. Ich kann einreisen aber ohne Hund. "Der ist NICHT krank!" Keine Chance. Ich kann beweisen dass er gesund ist, 24 Tage Quarantäne (auf meine Kosten) dann werden wir sehen. Kommt natürlich nicht in Frage, danach ist mein Kumpel erst wirklich krank. Also zurück. Nun mit Rückenwind. Haha! Die Kanadier wollen mich nun nicht reinlassen, ich solle mich vorher entscheiden wo ich hin will. Den womöglich kranken Hund erwähne ich lieber nicht. "Soll ich auf der Brücke zelten?" Nach über einer Stunde war ich soweit wie zuvor. Nun ist es kalt, nass und dazu dunkel. Ich versuche es morgen nochmals, hoffentlich passe ich den Schichtwechsel richtig ab und gerate nicht wieder ans selbe Team. Nutze die Zeit für einige wenige Bilder. Aber der Wind ist so stark, das Stativ steht einfach nicht ruhig. Seht selbst, Unschärfen nicht zu vermeiden.

Nun finde mal in einer Grenzstadt, dazu zu den USA einen Schlafplatz. Trocken, möglichst leise, von niemandem zu sehen (bin ja eine gute Beute). Motel fällt aus, hatte ich letzte Nacht um aus Stinky einen guten Hund zu machen. In Hafennähe scheint es zu klappen. Das Wetter ist so mies, selbst Penner sind draußen nicht zu sehen . Nur eben so ein verrückter Deutscher mit seinem Hund. Werde ein paar weitere Bilder machen. Die Stadt gibt einiges her. Dazu die größte Oelindustrie Kanadas. Hier sind sie alle, von Esso über Petro-Kanada,  Sunoko bis Shell.

26.1.2006

Die Blue Water Bridge! Die hat es in sich. Heute stoppt mich die Polizei schon an der Auffahrt. Fahrräder sind hier verboten! Die Fähre fährt 25 KM flussabwärts. Toll. Kostet mich fast einen Tag dieser Umweg! Aber dann fand ich jemanden, der fährt mich morgen früh mit dem Pick-Up rüber. Versuch drei sollte klappen. Wenigstens das Wetter ist besser. Aber saukalt. Die Wasserflaschen vergaß ich in den Schlafsack rein zunehmen. Dick vereist.

Hier geht es von Kanada in die USA! Die Grenzstadt selbst bietet wenig, Glücksspiel, Bars und nichts weiter. Werde heute Nacht an der Brücke schlafen, wer kann schon von sich sagen unter so einer Brücke geschlafen zu haben?? Genau genommen sind es zwei Brücken, der Verkehr nahm derart zu, dass eine Zweite dazu gebaut wurde. Jede nun eine Einbahnstrasse. Jetzt werde ich die Nacht abwarten und dann hoffe ich auf tolle Fotos der beleuchteten Brücke.

Sieht doch schon ganz anders aus! Und morgen will mich der Supervisor vom Toll Office (Chef des Büros der Brückengebühren) mit dem Pick Up über die Brücke fahren. Seht selbst

 

Home | tourbericht teil-1 | tourbericht teil-2 | tourbericht teil-3 | tourbericht teil-4 | tourbericht teil-5 | tourbericht teil-6 | fazit der tour