tourbericht teil-2
Im 2. Teil geht es von der US-Seite, Port
Huron bis nach Chicago.
Über White Pigeon, Coldwater und Michigan City. Hauptsächlich am US-Highway 12
entlang.
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27.1.2006 Strampeln was das Zeug hält. Wetter ist gut und ich will Strecke machen. Aber dann die "Gratiot"! Eine 8 bis zeitweilig 10 spurige Strasse. Kein Express Way und daher für mich erlaubt. Erlaubt heißt nicht willkommen. Über 20 KM nur Autohändler und Fastfood. Und Dreck! Dann ging es in übelste Gegend, hier möchte ich nicht am Abend landen und gar ein Zimmer suchen müssen. Aber auch einen Gruß der Albrecht Brüder gab es, dafür hielt ich kurz an. Sonst habe ich die Stadt auf dem schnellsten Weg durchquert und verlassen. Hotels ausgebucht, es sind die 40. NFL Spiele! 29.1.2006 Seit gestern nur Regen. Aber, denke ich noch, keine Pannen und das obwohl ich da fahre wo die Amis ihren Dreck hinwerfen - am Randstreifen. Und dann kommt es richtig dick: Zwei Speichen hinten (aber links!) gebrochen, Reifen platt. Regen, Wind, Hund zittert meine Stimmung weit gesunken. Einige Autofahrer halten und bieten Hilfe an, aber mein Rad ist zu groß - ich wünschte ein Folding-Bike zu haben. Nach weit über 1 Stunde schieben eine Tankstelle. Schwätzchen und Mäuschen telefoniert und wie aus dem Nichts erscheint ein junger Mann mit einem Pickup. Er fährt mich ins über 40 Mls entfernte Coldwater. Hier kann ich reparieren lassen, Kette und Ritzel pflegen und die Karte umdrehen. Biker wissen was ich meine. Chicago noch etwas über 350 KM. Hund ins Hotel schmuggeln, duschen, essen, Wäsche waschen! Emails und Homepage aktualisieren. Schlafen! 30.1.2006 Rieche schon fast den Lake Michigan. Selbst zu Fuß würde ich nun den Bus erreichen. Muss aber nicht sein. In Coldwater dem Rad einen Service gegönnt und der war nötig. Hinten auf der LINKEN Seite alle Speichen lose und eine gebrochen. Normaler Weise fängt das auf der rechten Seite an, wo der Antrieb sitzt. Mechaniker meint, es könnte eigentlich nur vom Anhänger kommen. Egal, Vorder- und Hinterrad zentriert, alles geschmiert, Kette und Ritze gesäubert und weiter geht es. 31.1.2006 Und mit dem nun glücklichen Rad bis White Pigeon gekommen. Dort ein spätes Frühstück bekommen. Danke Nicky! "Nice to meet you too!" Leider war die Zeit sehr knapp, aber wir haben das Beste daraus gemacht.
1.2.2006 Seit Detroit erstmals Sonne! Kalt, aber Sonne. Was für ein Gefühl. Fahre gegen 10.00 Uhr in Galien ein. Galien in Michigan. Und noch etwas mehr als 35 Meilen bis Michigan City. Habe mir heute mal die Mühe gemacht und die Opfer am Straßenrand gezählt:
Gegen Nachmittag lag er plötzlich vor mir, der Lake Michigan. Es sieht aus wie am Meer, ist es auch! New Buffalo, Kleinstadt wie aus dem Bilderbuch. Kurze Pause und dann Michigan City passiert. Sah schrecklich aus, Industrie und Dreck. Hinter der Stadt in einem Naturschutzgebiet gezeltet, morgen könnte ich in Chicago sein. Wir haben Zeit. Morgen sollte ein Zimmer genommen werden, duschen, Sachen trocknen. Wieder wie ein Mensch aussehen und riechen...! 2.2.2006 Heute statt auf der Road 12 dem parallel verlaufenden Calumet Trail gefolgt. Geht langsamer, aber ist angenehmer als die Strasse. Zähne putzen mit Handschuhen geht ja noch, aber abends im Dunkeln die Zahncreme auf die Bürste bekommen...! Ja, habe eine Taschenlampe. Es ist 14.30 Uhr, Tacho zeigt 801 Km seit Toronto an und ich bin in East Chicago. Das hat nichts mir Chicago zu tun, ist nicht einmal im gleichen Bundesstaat. Der Online Routenplaner hatte doch richtig gerechnet. Noch 15 Mls bis Chicago. Stopp bei Burger King! So begrüßt mich die Riesenstadt. Eine Ausfallstrasse die kein Ende nehmen will. Und nun erst mal nach einem Motel Ausschau halten. Möchte hier lieber nicht im Freien campieren. Die Gegend ist hier mies. Vielleicht lässt sich auch eine Wochen- oder 12 Tage-Pauschale aushandeln. Der Bus startet ja erst am 14. Februar. Genug Zeit um die Stadt ein wenig besser kennen zu lernen.
Motel gefunden, Internet ist for free und - NEIN - es regnet nicht durch. Ich muss alles trockenen. Zelt ist nass, Schlafsack klamm und der Rest na ja! Morgen muss ich mich auf die Suche nach einer zentralen aber bezahlbaren Unterkunft machen, dieses Motel hat mich $ 60.00 gekostet. Heftig! Im Internet gefunden: Jugendherberge ab € 17.50 und ein 500 Betten Hotel im JHB Stil ab 27.50 $. Zimmer frei, klar in dieser Jahreszeit. Ich werde mir beides ansehen, letzteres hat Internet und die meisten Sehenswürdigkeiten sind fußläufig erreichbar. Auch gut, Bike Stellplätze vorhanden (wenn diese mal sicher sind!).
3.2.2006 Hotel hat sich erledigt, keiner lässt den kleinen Felix rein. Auch sonst ist Chicago bislang eine Enttäuschung. Dreck, Lärm und Blackys. Überall lungern diese Schwarzen rum. Tatschen alles an, labern dich voll. In der Stadt das Zelt benutzen - Nein Danke. Das heißt ca. 35 Mls zurück fahren. Raus aus dieser Stadt, den Industriegürtel queren und dann die etwas bessere Gegend durchfahren. Bin auf halben Weg bei BK und habe ein spätes Dinner. Das werden dann heute sinnlos verfahrene ca. 125 KM! Hoffe meinen letzten Platz zum zelten wieder zu finden, der war gut. Tankstelle mit Einkauf in der Nähe und eine Bar für ein abendliches Bier ebenfalls. Werde dort die nächsten Tage verbringen, es dann für 1-2 Nächte in der Stadt erneut probieren und dann ab in den Bus. Selbst meine heutigen Bilder taugen nichts, lieblos aufgenommen, nur der Vollständigkeit halber und soeben gelöscht. Dann lieber keine oder später noch mal besser machen. Chicago unter den Tisch fallen lassen geht auch nicht, hier erst einmal ein paar Ansichten. Hoffe diese bald gegen bessere austauschen zu können. 5.2.2006 Bis mein Bus startet werden wir noch ein wenig die Kälte "genießen". So sah es gestern früh aus, mein Gefährt eingeschneit, zum Pinkeln durch den Schnee stapfen...
6.2.2006 Heute erstmals wieder strahlende Sonne. Kalt ja, aber Sonne. Michigan City besucht. Nicht bis rein gefahren, aber die Einfallsstrasse mit 4-6 Spuren hat gereicht. Genug Malls und Fressbuden gefunden. Zurück in mein warmes Internet Cafe, Seite bearbeiten und das Wetter genießen. Minus 12 Grad sind trotz Sonne nicht so toll. Michigan City, das ist im Staat Indiana! Hätte sonst etwas gewettet das es in Michigan liegt. Denkste. Hier trifft Michigan, Indiana und Illinois zusammen.
Michigan City, vielmehr seine Umgebung ist sehenswert. Nochmehr sicher im Frühjahr / Sommer. Grellbunte Vögel schwirren hier rum, irgendwelche großen Tiere, Hirschkühen ähnlich, glotzen blöd zu mir. Aber zu dunkel für ein Bild. Schade. Wenn ich hier schon fest hänge dann kann das Rad auch auf Vordermann gebracht werden. Hervorragender Bike Store mit sehr gutem und preiswertem Service in Michigan City, direkt am HWY 20 - No. 609 gefunden . Mehr unter www.bikestopcycling.com . I say Thank you Todd and your team!
10.2.2006 Natur Kultur Einen halben Tag in der Natur (Calumet Trail) und dann den Rest mit Kultur verbracht. Michigan City, Auto Museum. Die $ 6.00 Eintritt waren gut angelegt. Und ich war der einzige Besucher, keiner störte den Voyeur. Schade nur dass die Beleuchtung aus Neon Röhren bestand und das Stativ nicht genutzt werden durfte (Kratzer möglich und daher verständlich). In dieser Jahreszeit ist es am Trail auch nicht so interessant, alles was Beine hat verzieht sich bevor ich es zu Gesicht bekomme und Blühten lassen noch einige Wochen auf sich warten. Vögel reichlich vorhanden aber dafür ist meine Linse nicht ausreichend. Trotzdem, nur 12 KM aber viel Spaß.
11.2.2006 ISP, Indiana State Prison "Hotel". Hier checkt man ein um ein anderer oder besserer Mensch zu werden oder einfach nur um von anderen Gästen zu lernen Einige scheinen hier für immer zu bleiben, die weißen Steine sind Grabsteine, Trafostation für den Elektrischen Stuhl? Nein, in Indiana wird mit der Giftspritze gemordet. Die bislang letzte Hinrichtung erfolgte am 27.1.2006 am 31-jährigen Robert James Neville.
10.2. - 13.2.2006
Mein derzeitiger Lieblingsplatz, Lakeshore Cafe in Michigan City. Telefonat über das Internet nach Deutschland. "Hallo Alfred, Eva - schön
Euch zu hören." Anruf nach Toronto nicht möglich, kein Honey Bunny da: "Hallo Honey-Bunny, dont worry
- be happy!" 12.2.2006 In der Nacht die Grenze des Erträglichen im Schlafsacks ausgelotet. Woh! Um 3.00 Uhr vor Kälte aufgewacht. Wo mein Atem den Schlafsack trifft alles vereist. Wie kalt? Keine Ahnung, genug! Morgen geht es ja (noch mal) nach Chicago und dann heißt es am 14.2. Daumen drücken damit Hund, Rad und Anhänger in den Bus dürfen. Vielleicht finde ich ja auch eine Bike Box oder noch besser einen verständnisvollen Busfahrer. Werde zeitig am Terminal sein und so als einer der Ersten einchecken. Ein Folding Bike wäre die Lösung! 13.2.2006 Was für ein Wind! Nein nicht von vorn, von der Seite. Kalt aber zum Glück etwas Sonne.
Heute in Gary auf halbem Weg gestoppt und in einer Bibliothek meine Homepage an einem anderen Computer betrachtet. Also wenn jemand einen alten oder gering auflösenden Monitor hat muss er viel scrollen. Auf meinem Notebook sieht alles sehr viel besser aus. SORRY! Gestern ein Paar Bike Schuhe ersteigert. Noch brauche ich ja die dicken Winterschuhe aber bald? Mal sehen, wenn morgen alles mit dem Bus klappt, lasse ich diese nach Denver senden, wenn nicht - keine Ahnung, zu Honey-Bunny nach Toronto? Bummle noch ein wenig durch das nächtliche Chicago, esse beim Mexikaner richtig gut. D. h. Viel und gut. Und ein paar Fotos kommen auch zustande.
Hatte ich mir noch große Sorgen gemacht ob ich den Anhänger und das Rad in den Bus bekomme - das war ausnahmsweise einfach. Trotzdem habe ich mir ein Folding-Bike gewünscht. Am Busbahnhof wollte ich "nur" das bestellte Ticket abholen und plötzlich war eine wichtige Uniform mit 4 weiteren Hilfsuniformen um mich herum. "Sie wollen damit doch nicht in den Bus?" "Doch." sagte ich, "Ich demontiere die Räder und dann klappt es sicher." Zeit den Hund zu verstecken hatte ich nicht, mein Bus sollte ja erst in 14 Stunden! starten. Sekunden später stand ich in einem Riesenraum wo im Voraus aufgegebenes Gepäck lagert. "Hier sind genug Kartons, leg los!" Und das tat ich. Die gingen hier alle davon aus das ich mit dem nächsten Bus, in einer Stunde fahre. Und das klappte sogar. Es waren noch 2 Plätze frei. Es ging 13 Stunden eher (zum Glück wie sich zeigen sollte) um ca. 1.30 Uhr los. Den Schlumpi bekam ich reingeschummelt. Wer als letzter einsteigt hat aber auch den schlechtesten Platz, an der Toilette und damit keine Lehnenverstellung. Überspringe mal die Stress-Tour. Nur soviel, Kansas City, Wetter wie im Mai. Mit dem zeitigeren Bus war ich letztlich 41 Stunden auf den Beinen, der spätere Bus hätte mich überfordert, zusätzliche 12-13 Stunden! Das war alles was ich ohne Fensterscheiben von Kansas City zu sehen bekam. Aber das gehört schon in den Teil 3 des Tourberichtes.
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