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Im 3. Teil geht es von Chicago über Denver Colorado weiter nach Las Vegas Nevada

 

Nach 23 Stunden Busfahrt, 2 Stunden mehr als der Fahrplan anzeigt, bedingt durch die Zeitverschiebung, 42 Stunden auf den Beinen, sind wir in Denver angelangt. Denver zeigt sich von der Autobahn schon als riesige Stadt. Hier baut man nicht in die Höhe, Platz gibt es reichlich, diese Stadt dehnt sich bis zum Horizont. Und auch gleich in der Nähe des Busbahnhofes ein bezahlbares (mieses) Hotel gefunden. Für $ 29 inklusive Schlüsselpfand von $ 5,00! kann ich nicht viel erwarten. Nur eine (lauwarme) Dusche und schlafen. Felix ist auch genervt. Immer rein in die Schummeltasche und wieder raus bei jedem Stopp an den Raststätten. Aber er muss raus, Bein heben, trinken und ich na ja fast das Gleiche. Unbequem im Bus, unter dem Sitz den Füßen ausgesetzt auf meinem Schoß ist es ihm zu warm und auch nicht bequem. Er frisst nicht, schläft wie ich gleich ein.

15.2.2006

Erster kleiner Rundgang durch die Innenstadt. Die Stadt macht Spaß. Nur dass der Winter zurück ist, weniger. Morgen mehr, hoffe auf Sonne. So fehlt der Kontrast in den Bildern und dann lösche ich diese doch wieder.

17.2.2006

Der Winter ist zurück? Jetzt wirklich! Minus 17 Grad in der Nacht. Es schneit im Zelt. Der Raureif an der Zeltwand geht bis zum Boden und ist so dick, das es runter rieselt wenn ich dran stoße. Das Innenzelt glitzert wie mit Brillanten besetzt. Schnee über 25 cm kamen in der letzten Nacht dazu. Salt Lake City? Direkt nach Las Vegas (Süd) oder was? Wetterbericht sagt keine Besserung in den nächsten Tagen und etliche Pässe in den Bergen sind gesperrt. Die Express Way`s sind frei aber für mich nicht erlaubt. Möchte ich auch nicht riskieren. Und es schneit immer noch.

18.2.2006

Das es ein anstrengender Trip werden würde war mir klar, aber etwas Spass sollte dabei sein. Und der Spass hört bei minus 21 Grad am Tage auf. Das sind dann ca. 26 Grad unter Null in der Nacht!! Gestern war ich nahe daran zurück nach Denver und mit einem One-Way-Mietwagen zurück zufahren. Zu allem Überfluss erwischte mich auf der glatten Strasse ein 4 Wheeler und legte mich flach. Felix außer einem Schreck ok, ich auch. Bike hat eine Acht und der Hänger, dort hat er uns getroffen, ein wenig angekratzt. Meine (einzige) Hose zerrissen! Ab ins nächste Hotel, konnte alles bis auf die Hose reparieren. Dafür lacht mir heute die Sonne ins Gesicht. Die Schaltungen am Rad versagen den Dienst, beide eingefroren. Kalt aber gleich ein viel besseres Gefühl wenn die Sonne dir entgegen scheint. Wir fahren weiter! Auch dank des gestrigen Telefonats mit Honey-Bunny. Das war genau der Anruf den ich gebraucht habe um weiter zufahren. Weiter, bloß nicht zurück zu ihr. Danke.

Ich will mit dem Bike den Strip entlangfahren!

20.2.2006

Und das werde ich! Ohne ins Detail zu gehen, ich fand eine Mitfahrgelegenheit von Denver / Colorado fast bis nach nach Las Vegas / Nevada. Genauer bis nach Grand Junction. Lieber schlecht gefahren als den Arsch abgefroren. So wurde der Arsch nur gehörig durchgeschüttelt. Heizung lief, konnte aber nur durch das Öffnen oder Schließen des Fensters reguliert werden. Dazu die sonderbaren Zigarillos - Fenster blieb also stets etwas offen. Warme Füße und kalte Ohren.

Leider ging es die Nacht durch, von den Rockys habe ich nichts mitbekommen. Mit einem alten Ford Pick-Up ging es bis nach Grand Junction und von dort noch ein Stück mit dem Greyhound-Bus bis Las Vegas. Einmal mehr habe ich ein Folding Bike gewünscht, das Verladen ist jedes Mal ein Riesenaufwand, ohne Bike-Box ein Wagnis. Der Busfahrer kann die Mitnahme verweigern. Aber so bin ich der Extrem-Kälte entkommen; den "Strip" entlang gefahren und plane die nächsten Tage. Kein so schönes Erlebnis für Biker war der Strip, genauer der Las Vegas Boulevard. Autos über Autos, Lärm und reichlich Touristen und Idioten (gibt es einen Unterschied) unterwegs. Aber es ist beeindruckend. Der Fußweg fällt auch aus, Strassen überquert der Fußgänger über Treppen. Brauche einen sicheren Unterstand für mein Rad samt Gepäck, dann kann man die Innenstadt erst richtig genießen und ein wenig fotografieren. Mit Rad fast unmöglich. Bin vielleicht auch nur übermüdet. Morgen will ich die Stadt erkunden, und die Attraktionen am Tag und in der Nacht im Bild festhalten.

 

Was für eine Welt: Las Vegas, ein Kindergarten für Erwachsene. Ich genieße die Wärme (12-15 Grad), die Palmen und den "Starbucks" - ich sitze im T-Shirt draußen! Heute Abend laufen einige Open Air Shows, mal sehen was ich mir antun lasse, vorausgesetzt ich finde einen Platz für das Rad, Hund und Gepäck.

Platz für Bike - vergesst es! Ein paar Zivilpolizisten (andere sind hier selten) wollten mich wegen Felix vom Fußweg verweisen. Felix saß dabei in der Tasche!!! Diese Möchtegern-Polizisten würden in der Tat einen guten und eifrigen Beamten abgeben. Vorschrift: "Keine Hunde auf dem Boulevard!!" Aber das Beste daraus gemacht, Spinner ignoriert, die Stadt genossen, fotografiert und Spass gehabt. Mit Rad und Hund!

 

21.2.2006

Mein Zeltplatz ist etwa 3 KM außerhalb des Kindergartens am südlichen Teil des "Strip". Einkauf in der Nähe, "Starbucks" und eine Bücherei auch. Nach dem Besuch in der Bücherei (langsame aber kostenfreie Internetnutzung) werde ich morgen früh Richtung Westen in den Red Rock Canyon fahren. Dort ein paar Tage Natur pur erleben und dann den Hoover Staudamm ansehen. Der liegt fast entgegen gesetzt, südöstlich von Vegas. Aber die Entfernung ist maximal ein Eintagesritt von Las Vegas aus. Proviant gekauft, Wasser gebunkert und der Trailer liegt nun wieder wie ein Straßenkreuzer auf dem Asphalt. Satt und schwer. Allein 6 Dosen Futter für Schlumpi, dann Wasser für zwei. Das summiert sich. Aber im Canyon gibt es entweder nichts oder nur zu überhöhten Preisen. Muss nicht sein. Die Reisekasse ist auch so schon genug geschrumpft. Der Boden schimmert bereits durch! Etliche Ausgaben die nicht eingeplant waren und Ebbe ist in Sicht. Beruhigend, das Flugticket ist gebucht und bezahlt. Nun steht der zeitliche Rahmen fest. Das schränkt zwar ein, gibt aber auch Sicherheit für den Fall der Fälle. Die Amis sind sicher nicht zimperlich wenn ich das Zeitlimit überschreite.

 

 

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